Elly-May

Seit Sommer 2018 besitze ich die 10-jährige braune Holländische Warmblutstute Elly-May.

Ihre Vorbesitzerin hat sie mir überlassen, weil die Stute nach Verletzung aus dem Turniersport ausscheiden musste.

Es war für mich keine leichte Entscheidung die Verantwortung für ein so großes, sensibles nicht ganz gesundes Tier zu übernehmen, aber ich wachse mit der Herausforderung.

Eine wunderbare Beziehung entwickelt sich zwischen uns, und ich bin glücklich, wenn es Elly-May spürbar gut geht, auch wenn manchmal der Rücken zwickt.

Ich betrachte es als keinen Zufall, dass dieses Pferd in meiner Obhut gelandet ist, wo ich doch meine berufliche Ausrichtung voll auf das Thema Rückengesundheit (zwar beim Menschen) gelegt habe. Ich lerne mit Elly und kann ihr hoffentlich auf lange Sicht bei ihrem Rückenproblem weiterhelfen. Aber ich erfahre auch die Tugenden Demut und Geduld, denn erzwingen lässt sich bekanntlich gar nichts.

Elly-May ist in Pöttsching eingestellt, wo sie artgerecht mit ihrem Koppelfreund viel Zeit im Freien verbringen kann, aber auch Rückzugsmöglichkeit in ihrer geräumigen Paddock-Box findet.

Mittlerweile sind schon fast 2 gemeinsame Jahre vergangen und wir machen deutliche Fortschritte. Elly-May steht  voll im Training (naja überanstrengt haben wir uns noch nie), aber die Früchte der Arbeit und Fürsorge  sind bei meiner Stute unübersehbar.

 

Übrigens bestätigt sich meine Theorie über die Wirkung des Bewegungstrainings und der Faszienarbeit auch beim Pferd zu 100%. Danke Elly-May, dass du mir so genau zeigst, was dir gut tut :-)

 

Derzeit arbeite ich gemeinsam mit meiner Trainerin an einem soliden Muskel- und Konditionsaufbau, wo wir besonders die Stärkung der tragenden Rücken-und Bauchmuskulatur im Fokus haben. Elly-May und ich verbringen unsere gemeinsame Zeit sehr vielseitig miteinander. Wir nehmen auch immer wieder wunderbare Trainerstunden (in Dressur, in Clickern, in Bodenarbeit......) und ich bin immer wieder fasziniert, wie sehr sich mein geliebter Sport "Reiten" über die Jahre erfreulicherweise verändert hat. Als ich selbst noch vor vielen Jahren im Turniersport unterwegs war, kannten wir die pferdgerechten Ausbildungsformen noch gar nicht. Zum Glück hat sich vieles weiterentwickelt.

 

Besonders genießen wir die ausgiebigen Spaziergänge im weitläufigen Ausreitgebiet. Dabei können wir beide am besten die Seele baumeln lassen und entwickeln ein gegenseitiges Vertrauen, das der Grundstock für unsre intensive Beziehung ist.

 

Somit finde ich auch in meinem Hobby die Bestätigung, dass Entwicklung, Veränderung und der Mut neue Wege zu gehen, immer Wachstum und Erkenntnisse bringt. Was für ein Segen, dass mir dieses Pferd soviel Entwicklungspotential bietet.

 

Ich sage nicht, dass unser gemeinsamer Weg immer einfach ist, oder dass wir auf jede Frage sofort eine Antwort finden, aber die Suche nach Lösungen bringt uns doch immer einen Schritt weiter. Oder der Weg bringt uns zu einem ganz neuen Zugang. Denn wie bereits erwähnt, mit der Brechstange kommst du nicht wirklich zum Erfolg.